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Dürksen, Heinrich

geb. am 18. Mai 1910 in Emiljanovka, Russland, gest. 29. August 2001 in Filadelfia, Paraguay; Oberschulze und Laienprediger.

Heinrich Dürksen wurde als Sohn von Johann Dürksen und Katharina (geb. Heinrichs) auf dem Gutshof Emiljanovka am Kaukasus geboren. In der Tereker Ansiedlung wurde er eingeschult, aber bald darauf brachen die Revolutionswirren aus. Die Situation am Kaukasus wurde immer gefährlicher, so dass die Familie über Umwege auf die Krim fliehen musste. Im Dorf Menlertschik wohnten sie bis zur Flucht nach Moskau im Jahr 1929 und bis zu ihrer Weiterreise nach →Paraguay. Die Familie siedelte im Dorf Schönwiese in der Kolonie Fernheim siedelte an. Hier heiratete Dürksen 1932 Sara Kroeker und begann mit dem Aufbau seiner Wirtschaft. Als Mitglied der Mennonitengemeinde übernahm er auch verschiedene Dienste in Gemeinde und Mission. 1937 zog er mit seiner Familie in das Dorf Waldesruh Nr. 11, nachdem dort durch die Auswanderung der Friesländer Wirtschaften frei geworden waren. 1949 berief die Kolonie ihn erstmals in das Amt des Oberschulzen. Dieses Amt hat er in drei Etappen bekleidet: 1949 - 1957; 1962 - 1970; 1977 - 1979. In der langen und mühsamen Aufbauphase nach den Konflikten der völkischen Zeit (→Drittes Reich) trieb er mit der ihm eigenen Geduld, Stetigkeit und langfristigen Vision die Entwicklung der Kolonie voran. Von seinem Amtssitz aus plante er noch das 50-jährige Jubiläum der Kolonie, um dann das Ruder an seinen Nachfolger Helmut Giesbrecht abzugeben.

Aber auch Gemeinde und Mission waren in seiner Vision mit eingeschlossen. Mit seinem Engagement als Sonntagsschullehrer, im wirtschaftlichen Einsatz bei der Indianermission oder auch als Laienprediger in den Gottesdiensten hat er zum Ausdruck gebracht, dass der Glaube grundlegend sei und dass nur auf dieser Grundlage für alle Bewohner im Chaco auf lange Sicht ein würdiges Leben geschaffen werden könne.

1982 war es ihm möglich, in seine alte Heimat in den Süden Russlands zu reisen. Auf Anregung seiner Familie gab er 1990 seine Lebenserinnerungen heraus.

Memoiren

Daß du nicht vergessest der Geschichten - Lebenserinnerungen von Heinrich Dürksen, Filadelfia 1990.

Nachruf

Heinrich Dürksen, in: Mennoblatt, 72. Jg., Nr. 19, 9.

Gundolf Niebuhr

 
www.mennlex.de - MennLex V :: art/duerksen_heinrich.txt · Zuletzt geändert: 2013/03/05 22:02 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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